Bikinis & Wasserschi

Ich wär so gern Chauffeur…Bootchauffeur. Dann könnte ich immer sehen, wie bescheuert Neulinge aussehen, die Wasserschifahren lernen. Für den täglichen Humor wäre zumindest im Sommer gesorgt.

Der schönste See Österreichs

Der schönste See Österreichs

Ich weiß, wovon ich rede. Vor ein paar Jahren beschloss ich – im bereits fortgeschrittenen Alter für solche Spassetteln – diese Sportart zu erlernen. Der netteste Bootfahrer der Welt (war nicht nur fesch sondern vor allem geduldig) wollte es mir beibringen. Um jeden Preis – € 15.- pro drei aus-dem-Wasser-kommen-Versuchen, die er – weil ich angeblich so begabt war und es jetzt verdammt noch mal schaffen musste – sofort auf fünf erhöhte. Beim vierten schaffte ich es. Und drehe seither jeden Sommer elegant meine Runden. Nur das Umsteigen auf Monoschi werde ich wohl weiter lassen. Schließlich heisst es ja „die Bretter, die die Welt bedeuten“ nicht „das Brett usw.“ (ja, bezieht sich auf die Bühne, aber man darf ja kreativ sein.)

Villa Verdin, der Ausgangspunkt

Villa Verdin, der Ausgangspunkt

Klingt alles ziemlich unspektalulär. Weil ich einen wichtigen Teil ausgelassen habe. Den vor dem vierten Versuch, der mit Erfolg gekrönt wurde. Davor trank ich den halben Millstätter See aus. Bekam mindestens drei Einläufe (ja, pfui, aber ist die Wahrheit und Beginners beim Wasserschi sollten gewarnt sein.) Und verlor meine Bikinihose.

noch im Wasser!

noch im Wasser!

Letztere Einlage erzeugt heute noch zu Gelächter bei der alljährlich selben Freundesrunde, die eine Woche gemeinsam urlaubt. Denn ich dachte doch glatt, es hätte eh niemand bemerkt. Passiert war es, weil ich anstatt die Leine auszulassen (übrigens auch der Grund für See-austrinken und Einläufe) vom Boot mitgezerrt wurde, und mir der Sog das Hoserl runterriss. Ich geriet in Panik weil es sich hier 1, um einen La Perla-Bikini handelte und sowas ja nicht billig ist, und ich erst 2, ein bissl gschamig bin und ja nicht wusste, wie ich da wieder aus dem Wasser kommen sollte. Unten ohne ist nicht mein Ding. Aber oho! Da schwamm das Hoserl ja. Und keiner hats gesehen. Ich schlüpfte schnell rein und schwamm erleichtert zum Steg. Doch zu früh gefreut: „Warum hast du die Bikinihose verkehrt an?“ fragte mein Freund coram publico. Nämlich nicht nur verkehrt (innen-außen) sondern verkehrt (rum). Mit dem schmalen Teil hinten. Alles klar? Wenn nicht, dann hier meine drei Wasserschi-Regeln:

1, Controlfreaks (wie ich) sollten vorher eine Stunde Yoga machen und dann ihr Ego beim Steg abgeben. Dann würden sie nämlich in der Sekunde, wo sie merken, es geht nicht, die Leine los lassen anstatt sich vom Boot hunderte Meter weit schleppen zu lassen.

2, Arme immer ausstrecken und NIE abwinkeln! Und auf keinen Fall versuchen, aufzustehen. Dafür sorgt der Zug vom Boot, der einem aus dem Wasser zieht.

3, die WICHTIGSTE! Natürlich NIE NIE NIE Bikini anziehen, sondern Badeanzug!!! Einteiler! Weshalb ich mir vergangene Woche nach dem eifrigen Studieren von Isabellas Seiten den nude-farbenen Eres-Badeanzug mit dem orangen Mittelteil um 350.- kaufte. Und ja, auch das ist schwer bescheuert. Der Preis, nicht der Anzug.

breitbeinig zwar...

breitbeinig zwar...

...aber auch einarmig, hurra!

...aber auch einarmig, hurra!

Noch zwei Anmerkungen: Gerry Keszler, der ein Jahr später am Millstätter See Wasserschifahren lernte, brauchte sieben Versuche bis er sein Popscherl aus dem See bekam. Und Stefan Ruzowitzky machte trotzdem er es beim ersten Mal schaffte, keine gute Figur. Ich habe das Foto, werde es aber nie gegen ihn verwenden. Belassen wir es bei der Fantasie.

Ruzo am boot in Sicherheit

Ruzo am boot in Sicherheit

09. Juli 2010  / 18:52 Uhr  / by Elisabeth Sereda  / 4 Kommentare  / Labels Best Places, Elisabeth Sereda, Friends

4 Kommentare

  1. fehlanzeige – obwohl ich zugeben muss, dass Isabellas Bernie aus Zürs in natura auch so gut aussieht wie am foto, waren lehrer aller arten nie mein ding.

  2. Hast schon Recht, gilt ja auch im Schnee. Schilehrer-Effekt !

  3. Ach ja, der Lehrer war nicht fesch genug, glaub ich….nein sicher nicht.

  4. Ohne feschen Lehrer lernt man garnix. Außer man ist 6 Jahre alt. Aber Wasserski am Millstädter See zu lernen……sehr mutig, den Affen vor versammelter Neugier zu machen. Erinnert mich an meine Versuche das Windsurfen zu erlernen…..irgendwo am Meer, dem schallenden Gelächter ausgeliefert, das Salzwasser bereits in den letzten Gehirnwindungen………


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