Ball-Spiele

Ich war am Samstag auf meinem dritten Lifeball. Auf den ersten beiden – 1994 und 2006 – musste ich arbeiten und hasste jede Minute. Diesmal durfte ich VIP spielen. Eine völlig neue Erfahrung.


Als Journalist den Lifeball zu covern ist ein von Gerry Keszler und seinen Presseleuten hausgemachter Albtraum. Ich erinnere mich daran, dass man mir ein Interview mit Sharon Stone verweigern wollte, die darüber – als sie mich sah – höchst unerfreut war. Ich auch. Wir machten das Interview gegen den Willen der Veranstalter.
Diesmal war ich endlich nur Gast. Aber was für einer. Dank unserem Andi Lackner (blogte hier über Shanghai), der mich eingeladen hatte. Es gab für diesen Abend nur zwei Ziele: 1, mich endlich einmal gut zu unterhalten und 2, ein Foto mit diesem Mann zu bekommen:

William Jefferson & Elisabeth Katharina

William Jefferson & Elisabeth Katharina

Das 2. Ziel erreichte ich in den ersten 10 Minuten, womit das 1. eigentlich auch schon erledigt war. Ich hatte Mister President 1994 im Oval Office bei einem Journalistenempfang getroffen, aber das Gruppenfoto (damals noch auf Papier) war unscharf und ich irgendwo im Hintergrund verschwunden. Ich wusste am Samstag: jetzt oder nie, als er durch den Seiteneingang in die VIP-area vor der Bühne kam. Saß er einmal, wäre es unmöglich gewesen. In dem zwei Minuten-„Gespräch“ behauptete er, sich an mein Gesicht erinnern zu können. Was für ein Politiker.

Bühne ss

Die Bühne war diesmal übrigens die schönste, die es je gab. Die Eröffnung auch. Man schaffte es durch Keszlers erstaunlich kurze Rede, Bürgermeisters Häupls und Wowereits noch kürzere, aber danach leider nur noch durch Whoopi Goldbergs Wagner’schen Sprechgesang. Bei „Freude Schöner Götterfunken“ funkte kurz mal der Himmel und ergoss sich über Bühne, Stars und Gäste.

Starfotograf Michel Comte fand das alles sehr lustig und knipste nur noch die Plastikverkleideten. Und dann wurde der Platz evakuiert. Wir flüchteten ins Rathaus. Arme Diane von Fürstenberg und Kenneth Cole: ihre Modeschauen fanden nie statt.
Aber immer noch besser als sich in Frack und langem Abendkleid im Burgtheater zutode zu schwitzen. Dort wurde es nämlich um kein Grad kühler. Nur um vieles langweiliger.

23. Juli 2010  / 18:49 Uhr  / by Elisabeth Sereda  / Kommentare deaktiviert  / Labels Elisabeth Sereda, Friends

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