Den Sommer merkt man unter anderen daran, dass Zeitungen von der New York Times bis zum Kurier Buchempfehlungen von Stars, Promis, Halbpromis und Möchtegernpromis herausgeben. Listen, die bei mir regelmäßig für Heiterkeit sorgen.
Orlando Bloom liest Marcel Proust. Am Beach. Sicher. Würde er stattdessen Drehbücher lesen, käme er nicht in sovielen schlechten Filmen vor. Zac Efron empfiehlt John Irving als Strandlektüre. Wirklich? Und ich dachte immer, bei dem Bubi reichts gerade mal für Mickeymausbücherln. Oprah Winfreys Liste beinhaltet alle Bücher, die sie in ihrer TV-Show als Teil von Oprah’s Bookclub anpreist. Werbung in eigener Sache also. Heinz Hanner liest Kochbücher – glaub ich ihm – und hochspirituellen Buddhismus – bruhaha! Paulo Coelho, seit ich ihn mehrmals getroffen habe in meinen Augen ein Pseudo-Spiritualist sondergleichen, ist besonders beliebt in der Promiwelt. Er wird auf jedem Luxusstrand verschlungen. Angeblich.
Denn ich glaube kein Wort. Beim Listenausfüllen wird immer gelogen. Man macht sich intelligenter als man ist, will intellektueller wirken als die großen Philosophen und überhaupt immer besonders klug wegkommen. Jede Wette, die meisten Promis, die diese Fragebögen ausfüllen, schaffe es bestenfalls durch die neueste Ausgabe von InTouch und US-Magazine. Bei uns von News und Seitenblicke. Bilder anschauen und Bildtexte lesen. Wenns hoch kommt.

so sieht's nämlich aus...
Auf der Terrasse meines gemieteten kroatischen Hauses sitzend, starre ich gerade auf die Lektüre, die ich mir für die nächsten zwei Wochen mitgenommen habe. Meine Leseregel für Strand und Flugzeug: nur nix Obergscheites. Da liegen also: The 8th Confession, ein Krimi von James Patterson aus der Women’s Murder Club-Serie. Chasing Harry Winston von Lauren Weisberger, die Der Teufel Trägt Prada verfasst hat. Es geht um drei New Yorker Tussis aus Männerfang. Herrlich blöde. Und Barack Obamas Dreams From My Father, das ich endlich, endlich! auslesen will (und sicher wieder nicht schaffe). Weiters das neue Profil, das ich auf dem Flug gratis bekam. Die deutsche Elle. Und das amerikanische Esquire, für das ich sage und schreibe € 8.- ausgab, weil ich unbedingt wissen wollte, wie Bill Clinton das Haiti-Problem löst. Alles klar?
Fragebögen fülle ich übrigens prinzipiell nicht aus. Denn ich halte es mit Jack Nicholson: im Leben belügt man nur die Polizei und die Steuerbehörde.

Schuhe mit hohen Absätzen und spitze Pumps sind ebenso angesagt wie flache Schnürer und Overknee-Boots.
Vor langer Zeit habe ich den Mittermaier gut gefunden. Seit er auf den Blödelzug mit Jerry Lewis-Ding aufgesprungen ist, finde ich ihn auch grauenhaft. Außerdem ist es peinlich zu sehen, wie sich die Österreicher auf die Schenkel klopfen, wenn er sich über eben jene untergriffig lustig macht. Wie einer der einen ganzen Abend lang nichts als Burgenländer-Witze auf der Zunge hat…..
der mittermeier ist grässlich und unkomisch. du verschmutzt also die weltmeere!
ihr seid so gut zu mir ….
Habe mir am Flughafen Michael Mittermeiers “Achtung, Baby!” gekauft, angeblich ein Bestseller. Nun ja, in Kapitel Zwei ist von sogenannten “Arschlochkindern” die Rede. Bestseller????? Häääääää???? Das Buch verdient es nicht, sich Buch zu nennen. Herr Mittermeier kotzt sich über dies und das aus, reitet ein Klischee nach dem anderen und hat es geschafft, mich richtig wütend zu machen. Ich habe das Ding mit dem rosa Einband im Meer versenkt. Wollte es nicht im Hotel lassen. War mir peinlich.
die kommentare vom Guido lesen wir alle – allerdings nicht nur im sommer!
Kurze Kapitel oder Kurzgeschichten. Im Sommer kann ich nicht stundenlang durchlesen und zu dicke Bücher erinnern mich an Matura-Leselisten. Außerdem schleppe ich ungern. Ich glaube, das kommt den Zeitschriften zu gute. Warum ich die Bücher aussuche, die sich dann im Koffer finden….keine Ahnung. Bis jetzt habe ich im Juli folgendes Sammelsurium geschafft: Haruki Nurakami: “Nach dem Erdbeben” ( ich finde die Japaner immer wieder großartig und schräg), “Salvador und der Club der unerhörten Wünsche” von Alberto Torres Blandina, auch eine schräge Story, das Buch hat eine Freundin gelesen und Teile davon rezitiert, die ich lustig fand. Jetzt lese ich gerade “Nacktbadestrand” und weiß nicht warum mich die Sexualität einer 79-jährigen interessieren sollte. Mal sehen, wieviel ich davon packe bevor mich ein dünnes, leicht leserliches Nichts ohne Inhalt durch den Rest des Sommers begleitet!
Ich lese gerade die Kommentare vom Guido
ich lese gerade mein neues kabarettprogramm, das ist noch um eine stunde zu lang, und ich find und find die stellen nicht, die rausgehören …
coelho ist was für spirituelle meerschweinchen
Ich lese im Urlaub vor allem den Himmel, die Sandkörner zwischen meinen Zecherln und mein Innenleben. Erst wenn ich davon genug krieg, kann ich mich wieder auf Stoff konzentrieren. Heuer: Max Goldt und Max Goldt und Max Goldt. Ansonsten hast Du wahrscheinlich sicher Recht, allerliebste Elisabeth.