Der Tod in Venedig

Tot und Tod um neun Uhr früh. Was für eine Art, den Tag zu beginnen. Zuerst stirbt – erwartungsgemäß – der Schwan in Black Swan, dann sterben Hunderte im Rodriguez-Film Machete. Ersteres ist tragisch, letzteres nur zum Brüllen. Vor Lachen. Black Swan hat mir besser gefallen als erwartet, obwohl mir als Kind durch siebenstündige Besuche gewisser Wagner-Opern diese Welt für immer vermiest wurde. Und ich meinen Eltern ewig dankbar bin, dass sie mir den Ballettunterricht verboten haben. Natalie Portman ist großartig. Barbara Hershey als ihre gestörte Mutter auch. Samt der ganzen furchtbaren plastischen Chirurgie, die sie sich selbst vor ein paar Jahren zumutete.

Danach Machete. Ich will nichts verraten, aber die Szene mit dem Darm ist zum Anpinkeln witzig. No pun intended! Kurz philosophiere ich mit Gabi Flossmann darüber, warum wir uns bei den blutenden Fingernägeln und Zehen in Black Swan die Augen zuhalten mussten, uns aber das Abschlachten von Hunderten mit Buschmessern in Machete nur zum Lachen brachte. Ergebnis: Black Swan ist psychologisch betrachtet angsterregend und gruselig. In Machete ist die Brutalität wie ein Cartoon. Rodriguez eben. Ach ja, und der Film ist so nebenbei ein linksliberales Statement gegen den geplanten elektrischen Zaun an der Grenze zwischen Mexiko und Texas. Und Robert DeNiro als republikanischer Senator ein Hammer!

Robert Rodriguez mit seinem Star Danny Trejo

Robert Rodriguez mit seinem Star Danny Trejo

Nach den beiden Frühfilmen endlich der ersehnte Espresso. Nach der Sauforgie gestern Abend wie Medizin. Denn den Auftakt zum Festival machte eine Cocktailparty der Hollywoodzeitung Variety auf der Terrasse des Danieli bei Sonnenuntergang. Und Wodka in allen Mischungen. Die ich natürlich – gemeinsam mit Quentin Tarantino und Robert Rodriguez – alle durchkosten musste.

Quentin nach mindestens 5 Wodka-Drinks

Quentin nach mindestens 5 Wodka-Drinks

Danny Trejo steigt ins Boot am Excelsior-Steg

Danny Trejo steigt ins Boot am Excelsior-Steg

In zwei Stunden beginnt die Eröffnung. Mit einer – wie immer – elendslangen Reihe an uninteressanten Rednern. Die meisten auf italiano, weil es ist eh nur ein internationales Festival.

Alles über das Festival lesen Sie bitte in meinem Venedig-Tagebuch kommende Woche im LiVe, Ausgabe 10.9.

01. September 2010  / 16:57 Uhr  / by Elisabeth Sereda  / Kommentare deaktiviert  / Labels Elisabeth Sereda, Friends

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