Genie oder Wahnsinn?

Genie oder Wahnsinn.

Das denke ich mir immer, wenn ich mit Paulus Manker zu tun habe. Diesen Monat hatte ich gleich dreimal mit ihm zu tun.

Nachdem im Telegrafenamt 15 Jahre “Alma” gefeiert wurde, bin ich natürlich hingeschickt worden, eine Geschichte zu machen – sonst traut sich eh keiner zu ihm wegen seiner Eskapaden. Und brav wie ich war, habe ich bei der Pressedame angerufen und mir genau sagen lassen, wann es möglich ist, ein Foto von Manker und den drei Almas zu machen. 18.30 Uhr ist eine gute Zeit, da ist die Probe aus, hieß es. Ich war also um 18.15 Uhr dort. Da hat Manker bereits fürs TV Interviews gegeben. Und plötzlich geht er in Richtung hinaus. Ich frage, was ist nun mit dem vereinbarten Foto? Als Antwort bekam ich nur, dass es jetzt nicht geht, vielleicht nachher. Das hätte ich ausmachen müssen und rechtzeitig da sein. Nix geht jetzt!

Ich Manker hinten nach zum Aufzug: “Geh Paulus, können wir das Foto nicht jetzt machen?” Im Angesicht der filmenden Kameras brüllt er los: “Na, geht nicht. Die Printmedien glauben, sie können sich alles erlauben…” Den Rest erspare ich. Die Pressedame versuchte noch mit ihm zu verhandeln – keine Chance.

Unten beim Eingang wollte ich mein Interview machen. Typisch Manker ging er von einem TV-Team zum andern und ließ mich stehen, u.a. mit den Worten “So wie du angezogen bist, bekommst überhaupt nix…”

Paulus Manker
Paulus Manker genießt den Medienrummel
Copyright: Starpix / Alexander Tuma*

Und so gab er lieber jedem Sender ein Interview, obwohl ich für die Kronenzeitung und die Tageszeitung Heute da war, die wahrscheinlich mehr Leser haben als alle anwesenden TV-Sender zusammen Seher haben. So warte ich, während er Dominic Heinzl aufblattlt:

Sinngemäß – Heinzl: “Deine Mutter hat mal gesagt, die Alma war eine Prostituierte.”

Manker: “Sicher nicht, denn meine Mutter würde dir nie ein Interview geben.” So geht’s dahin, bis Dominic eine Frage zu seinem “Gustav Mahler”-Buch stellt, das er geschrieben hat. Manker verdreht die Augen und sagt “Schau einmal genau!”. Nach einigem Hin und Her bekommt Dominic endlich mit, dass es eigentlich ein Buch über “Gustav Manker” ist, Paulus’ Vater. Peinlich, aber das kann schon passieren. Manker triumphiert und denkt sich vermutlich, hätte ich lieber gleich dem Tuma ein Interview gegeben, aber den Heinzl aufzumachen ist auch lustig.

Nur keine Fotos - Freundin Elisabeth Auer amüsiert sich
Nur keine Fotos – Freundin Elisabeth Auer amüsiert sich
Copyright: Starpix / Alexander Tuma*

Nachdem er dann noch einigen Sendern Interviews gegeben hat und die Kameras sich langsam zu den ankommenden Promis begeben haben, wendet er sich mir zu und ist plötzlich wieder normal und gibt ein brauchbares Interview. Danach habe ich halt meine Promifotos gemacht, nur der Manker wollte eigentlich nicht aufs Foto, nachdem er eine Fotografin auch noch als schlecht angezogen beschimpfte. Kein Problem, ich fotografierte trotzdem.

Martina Stilp (Alma No. 1) und Elisabeth Auer Die beiden anderen Almas: Katja Sallay, Ryan Templeton
Martina Stilp (Alma No. 1) und Elisabeth Auer / Die beiden anderen Almas: Katja Sallay, Ryan Templeton
Copyright: Starpix / Alexander Tuma*

Angelika Kirchschlager und Chris LohnerAnna F.
Angelika Kirchschlager und Chris Lohner / Anna F.
Copyright: Starpix / Alexander Tuma*

Am nächsten Tag waren die Storys eh klar. Das Fernsehen hat seinen gegen mich gerichteten Schreianfall gebracht und die Redakteure von den Printmedien, die das mitbekommen haben, auch. Und sämtliche Leute, die nix mit der Branche zu tun hatten, fragten mich am nächsten Tag, was da los war.

Wurscht, ich fahre jetzt in den Urlaub und komme sicher erholt zurück. In Ägypten tauchen ist auch nicht schlecht und daran denken, wie schlimm es für die Kollegen beim LifeBall sein wird. Und die hatten es wahrlich nicht so lustig wie ich. Aber Ägypten wird wohl mich nicht so schnell wieder sehen, sondern mein Lieblingsurlaubsziel Thailand. Irgendwie haben die Asiaten mehr Charme und sind nicht so aufdringlich.

Zurück in der Heimat ein Anruf: “Geh fahrst in den Marchfelderhof, da ist der Manker mit seinen Almas.” Ich sag zu und denke mir, hoffentlich ist er diesmal besser gelaunt. Schlimmer als die aufdringlichen Ägypter in Touristenzentren oder 46 Grad im Schatten im Tal der Könige kann es nicht sein. Aber man kann sich täuschen!

Nach einem mörderischen Stau nach Deutsch Wagram. Ja, das gibt’s da auch, aber nicht wegen dem Manker, sondern wegen Baustellen, komme ich an, und alles wartet schon. In einer Stretchlimousine soll er kommen, und verkleidete Mädchen, die Alma-Törtchen verteilen, sind auch da. Der Hausherr Gerhard Bocek ist schon aufgeregt.

Gerhard Bocek ist aufgeregt!
Gerhard Bocek ist aufgeregt!
Copyright: Starpix / Alexander Tuma*

Die Limousine fährt vor, das Fenster ist unten, und ich fotografiere los. Ein Schrei: “Du fotografierst mich nicht, du schircha Hund.” Wild gestikulierend schreit da der Manker aus dem Fahrzeug. Und dabei geht das Fenster rauf. Ich denke, was ist jetzt los? Kein Fernsehen da, nur ich einsam mit meiner Kamera und der Fotograf vom Marchfelderhof und ein Redakteur von News, der gesagt hat, dass der Manker ihn überhaupt nicht will und er sicher wieder einen Wickel  haben wird. Hat er mich mit dem News-Kollegen verwechselt?

Paulus Manker kommt....schreit.......und flieht.
Paulus Manker kommt… / … schreit… / … und flieht.
Copyright: Starpix / Alexander Tuma*

Beim Aussteigen schaut er auch immer weg und schimpft in meine Richtung. Ich frage ihn, was er eigentlich hat? Und denke mir, nur keine Schwäche zeigen, denn das liebt er ja, und dann geht’s erst wirklich los. Manker sinngemäß: “Du hast mich angeschwärzt. Du kriegst keine Fotos mehr. Wennst ein Foto machst, hau ich dir aufs Aug.”

Er versteckt sich hinter den Mädls, sobald ich meine Kamera hebe und schimpft weiter. Und ich warte schon, dass er mir eine aufs Aug haut. Aber das hat er sich dann doch nicht getraut. Wäre sicher lustig geworden. Überhaupt, wenn ich mich gewehrt hätte! Aber vielleicht hat er dann doch mitbekommen, dass keine Filmkameras da sind, denen er zeigen kann, was er kann.

Katja Sallay, Martina Stilp und Julia Zangger haben kein FotoproblemManker entkommt aber doch nicht.
Katja Sallay, Martina Stilp und Julia Zangger haben kein Fotoproblem. / Manker entkommt aber doch nicht.
Copyright: Starpix / Alexander Tuma*

Nachdem sie dann alle im Lokal waren, meinte Gerhard Bocek: “Geh Alexander, willst dich nicht auch dazusetzen und was essen?”

“Lieber Gerhard, danke, aber wenn ich das mache, kannst sicher den Marchfelderhof renovieren. Das würde ich nicht riskieren.”

Ich habe, versucht Manker zur Rede zu stellen und gefragt, was er mit Anschwärzen meint. Nachdem er sich die Berichterstattung ja selber zuschreiben hat, wenn er sich so vor laufenden Kameras aufführt und auch noch Redakteure dabei stehen. Ich bin da sicher der Unschuldigste. Aber eine Antwort blieb er schuld. Wahrscheinlich hat er keine. Und so schimpfte er halt weiter. Arm, dachte ich mir.

Ich bin dann gefahren. Meine Fotos hatte ich und der Redakteur vom News seine Geschichte: Die angedrohten Schläge aufs Aug.

Als ich gerade meinen neuen Satellitenempfänger eingestellt habe, sehe ich auf TW1 zufällig ein Gespräch von Barbara Rett mit Paulus Manker und denke, arme Barbara. Intolerant und provozierend. Typisch. Auch hier in der Sendung hat er viele beschimpft, und irgendwie hat man den Eindruck, als würde er alles neu erfunden und die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben, und alle anderen sind blöd und wissen nicht, wie es geht.

Und zurück zur Überschrift “Genie oder Wahnsinn”. Das glaubt vermutlich Manker über sich selbst. Aber näher betrachtet, entsteht hier der Eindruck eines ungezogenen, trotzigen Rotzbuben, der in der Entwicklung stehen geblieben ist und anscheinend glaubt, durch seine Provokationen auch noch super intellektuell zu sein!? Sich unter dem Künstlerstatus so aufzuführen, ist ja zeitweise recht lustig, nur mittlerweile hat man den Eindruck, dass er die Grenzen nicht mehr kennt, was wiederum wie der verzweifelte Versuch wirkt, fehlendes Genie durch Wahnsinn zu ersetzen.

*Alle Fotos Copyright: Starpix / Alexander Tuma. Weiterverwendung nicht gestattet.

27. Juli 2010  / 11:26 Uhr  / by Alexander Tuma  / 10 Kommentare  / Labels Alexander Tuma

10 Kommentare

  1. wenn man die schillers abstaubt, verschwinden sie. die bestehen nur aus staub, glaub ich.

  2. das schlimmste am marchfelderhof ist, dass da seit jahrzehnten nicht abgestaubt wurde…und das zwischen all den tschotchkes, dem ganzen klumpert, das da herum steht inklusive schillers. ich hab mir immer gedacht, na servas, wenns in der küche auch so aussieht, dann lass ich das essen lieber. fazit: bei den 2 terminen, zu denen ich musste, war am heimweg würstelstand angesagt.

  3. Jo Gourmettempel ist es keiner. Aber unglaublich was da alles schon angetanzt ist im laufe der Jahrzehnte. Eric Burton, Nancy Sinatra, Jean Claude Van Damme…. Sogar die Elisabeth Taylor war da. Das find ich ja kurios…
    Privat geh ich auch lieber zum Plachutta oder ins Lercherl in Hernals.

  4. zum marchfelerhof: ich war da dreimal, das essen war widerwärtig, die art der kellner plump und dumm, das interieur ist jenseitig, vielleicht wartet ja irgendwo ein bus mit menschen, der das gut findet.

  5. nein nein, ich versteh dich eh gut!

  6. Zum Marchfelderhof. Egal was man davon hält. Lustig ist es da manchmal schon und die Touristen und Omis lieben das Lokal. Und der Manker war ja nicht das erste Mal dort der hat schon in den Jahren davor mit seinen Almas dort gefeiert und sich zur Schau gestellt.
    Marchfelderhof = Künstlertreff?

  7. Also da muss ich einiges berichtigen. Wenn man die Presse oder Fotografen einladen tut und sogar telefonisch noch ausmacht wann die beste Zeit ist ein Bild zu machen wie bei der Alma Geschichte dann sollte man sich daran halten. Und nicht blöd herumplärren. Und glaube mir der Paulus genießt es sich im Medienrummel zu suhlen. Darum führt er sich ja auch so auf. Wärst Du beim Telegrafenamt gewesen hättest Dich gewundert wie er sich vor den Kameras produziert hat. Und zum Thema Revolverblätter! Da gab’s sogar sehr gute Kooperationen soweit ich informiert bin. Und ich bin der letzte der ein Nein nicht akzeptiert, darum halte ich mich ja schon fast 3 Jahrzehnte in der Branche. Und wäre ich nicht ewig wo anwesend würde ich meinen Job schlecht machen. Trotzdem glaube ich das er mittlerweile die Grenz nicht mehr kennt oder kennen möchte. Und ehrlich gesagt keiner in unserer Branche (schreibend und fotografierend und TV) hat es notwendig sich an flegeln zu lassen wenn man seinen Job ordentlich macht. Ich glaube wenn Dir jemand androht eine aufs Aug zu hauen und Dich wüst beschimpft, bei einem offiziellen Pressetermin, würdest Dich auch nicht umdrehen und sagen “Was für ein genialer Künstler!”

  8. Letzteres fragen wir uns alle…marchfelderhof??? da muss der bocek – man bemerke: mit neuem toupet! – wohl wieder einmal alles gratis gemacht haben.

  9. ich finde, das muss man differenziert betrachten.

    erstens: ja, der manker ist ein rotzbub, der sich schlecht benimmt. es gibt viele schauspieler, die nie (wieder) mit ihm arbeiten würden, und aus den proben zur “phädra” in salzburg ist er beinahe achtkantig rausgeflogen.

    ich finde, manker ist ein genialer künstler mit üblen manieren, und beiseweh: dieses alma-getue seit gefühlten 150 jahren geht mir irre am zeiger.

    zweitens aber: ich kann es überaus gut verstehen, wenn jemand keine lust hat, mit manchen revolverblättern zu kooperieren und auch nicht mit den ewig anwesenden promifotografen (sorry alexander, das geht nicht gegen dich. jeder macht seinen job – aber es hat auch jeder das recht, nein zu sagen und dieses nein auch akzeptiert zu bekommen).

    und gustav manker mit gustav mahler zu verwechseln, das geht gar gar gar nicht, eine gigantische peinlichkeit. das kommt raus, wenn ein adabei-journalist einen kulturmenschen interviewen will und nicht gut vorbereitet ist, weil er glaubt, ein guter schmäh reicht. und die frage, ob alma eine prostituierte war, ist weder frech noch originell, sondern einfach unfassbar.

    ich versteh nur eins nicht: wieso geht die ganze kulturhorde vom manker in den marchfelderhof? es gibt keine widerlichere hütte.

  10. großartig! Ich hab den Manker in L.A. mit seiner Alma erlebt – ich glaub, dort darf er nie mehr einreisen ;-)


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