Häupl hat unrecht!

Michael Häupl hat die Lehrer unterschwellig der Faulheit bezichtigt und will sich für den Satz allen Übels – nämlich: „Wenn ich 22 Stunden die Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig und kann heimgehen“ – nicht entschuldigen. Die Lehrer und ihre Vertreter schäumen. Man sollte Lehrer prinzipiell nicht belehren, oder ihnen, um Himmels Willen, die langen Ferien neidig sein. Denn wir, die Nicht-Lehrer, haben keine Ahnung.

Dass sich Häupl irrt, wenn er alle in einen Topf wirft, weiß ich, weil ich als Augenzeuge aufgewachsen bin. Meine Mutter war Lehrerin der Sorte „überengagiert“. Ihr Arbeitstag begann um 7.30 Uhr und endete selten vor der ZiB. Täglich schleppte sie einen großen geflochtenen Strohkorb voll mit Heften an (Englisch/Deutsch; Hausübungen, Schularbeiten, Tests), denen sie sich JEDEN Tag widmete. Dazu kamen Vorbereitungen für den Unterricht, Telefonate mit Eltern und Kollegen, Organisation von Projekten. Hätte sie die 22 Stunden in die Waagschale geworfen, wäre sie bis Dienstag Abend knapp damit ausgekommen. Solche, Herr Häupl, gibt’s auch. Und solche ärgern sich jetzt zurecht.

 

15. April 2015  / 22:42 Uhr  / by Christiane Tauzher  / 1 Kommentar  / Labels Christiane Tauzher

1 Kommentar

  1. Genau!


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