Holenders größter Fan

Seit Feli Herrn Holender in der Kinderoper “Pünktchen und Anton” gesehen hat, ist sie ein Fan. Jeden Morgen blättert sie die Zeitung durch, in der Hoffnung ein Foto ihres Freundes Ioan zu finden. Sie könnte mittlerweile seine Biografie schreiben, so genau weiß sie über ihn bescheid.

Dass er jetzt in Pension geht, findet sie “sehr traurig.” Ob er nie wieder in die Oper gehen dürfe, wo doch jetzt ein anderer Direktor sei (der andere gefällt ihr gar nicht, “der is fad.”) Wir trösteten das Kind mit der Aussicht, Herr Holender würde eventuell bald die  Direktion der Budapester Oper übernehmen. Feli runzelte die Stirn. “Budapest?”, sagte sie ungläubig, “gibt es in Amsterdam keine Oper?”

Ich stand auf der Leitung. Abgesehen davon  konnte ich Felis Frage nicht beantworten, weil ich nicht wusste, ob Amsterdam überhaupt eine nennenswerte Oper hat. Google war gerade nicht in Reichweite. Ich schwindelte mich mit einer Gegenfrage drüber. “Hmmmm. Wie kommst Du denn jetzt auf Amsterdam?”  Feli schaute mich mitleidig mit dem “Geh-bitte-Mami”-Blick an: “Na, weil der Herr Holender logischerweise ein Holländer ist. Was soll er bitte in Budapest?”

06. Juli 2010  / 12:30 Uhr  / by Christiane Tauzher  / 3 Kommentare  / Labels Christiane Tauzher

3 Kommentare

  1. ob ioan im finale zu den holendern halten wird?

  2. Ja, da sind wir schon zwei. Die Zeitung muss erst erfunden werden.

  3. ich finde es süß, dass feli täglich die zeitung durchblättert, in der hoffnung, ein bild von holender zu finden. genauso gut könnte man jeden abend hoffen, dass es eh dunkel wird. das kind muss sich nicht fürchten!

    ich dagegen hoffe eher, einmal eine zeitung zu finden, in der KEIN bild vom holender ist


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