Du meine Güte, Ich bin wieder mal zu spät!! Die Maniküre ist erledigt, dank der zahlreichen Läden an jeder Ecke – vorallem an MEINER Ecke! Die Reinigung liefert auch frei Haus, was mir ebenfalls einen Weg erspart hat. Und selbst der Supermarkt hat mir meine Einkäufe geliefert – ab einer Mindestsumme von $25 ebenfalls gratis. Was keine Schwierigkeit darstellt, da man ja schon für ein Packung Knäckebrot $6 hinblättert. Das ist der Preis dafür, dass ich in einer der besten Bezirke von Manhattan wohne. Anders wollte ich es aber auch nie – wenn schon Big Apple, dann die volle Portion!
Nun gut. Was ist eigentlich passiert? Was hab ich schon wieder falsch geplant, dass ich der Zeit so dermaßen nachhänge? Ich hab dieses Problem, seitdem ich in New York lebe. Ich bin ja ganz fest davon überzeugt, dass diese Stadt inoffiziell nur 20-Stunden-Tage hat.
Ich kann Rachel Hunter unmöglich warten lassen. Ich soll in einer halben Stunde am Set stehen und ihr die Haare für einen TV-Spot für eine Hautcreme machen. Ich könnte natürlich die Produktionsfirma anrufen, das wäre professionell, jedoch möchte ich keine schlafenden Hunde wecken – ich hab schließlich noch ein bisschen Spielraum.
Vielleicht schaff ichs ja, wenn ich ausnahmsweise SOFORT ein Taxi an meiner Ecke bekomme. Wenn der Taxifahrer dann ausnahmsweise englisch spricht und meine Adressangaben richtig versteht und West von Ost unterscheiden kann; wenn er zusätzlich noch routiniert den kürzesten Weg durch die Avenues nimmt, die um die Uhrzeit verstopft sind wie ein altes Rohr, und ihm der Motor nicht eingeht und mich bittet Taxi zu wechseln, könnte ich es schaffen.
Wenn ich dann in 20 Minuten im Sendegebäude in Midtown ankomme und nicht Schlange beim Security stehen muss, um meine ID vorzulegen und einen halben Lebenslauf hinterlassen muss, der bezeugt, dass ich nicht vorhabe, eine Bombe zu legen, mich nicht halbnackt ausziehen muss, um durch den X-Ray gehen zu können, DANN wäre ich pünklich am Set.
Leider ist das Leben kein Wunschkonzert und ich bin nicht pünktlich. Jedoch schweißüberströmt, nervös und angespannt. Der Produzent nimmt mich väterlich in den Arm, reicht mir einen Cafe und meint, alles ist gut (Welch ein wunderbarer Satz!).
Rachel Hunter erscheint eine Stunde und 25 Minuten später. Extrem entspannt. Weder gehetzt, noch verschwitzt. Zumindest nicht sichtbar. Diese Ruhe haben doch nur Celebrities, denke ich. Denen ist alles egal und wenn es Probleme gibt, dann wird sich der Agent schon drum kümmern. Als sich Rachel zu mir setzt und ich beginne, mich um ihre Haare zu kümmern, zieht sie mich sachte zu sich, lächelt und flüstert mir ins Ohr: „Please don’t be disgusted, but my hair and my neck is totaly wet from sweating!“ Offensichtlich ist Rachel ein Pro. Und andererseits habe ich den leisen Verdacht, ihr Tag hat auch nur 20 Stunden.

Schuhe mit hohen Absätzen und spitze Pumps sind ebenso angesagt wie flache Schnürer und Overknee-Boots.
Eine nette Story von „unserem Girl in New York“. Wie sehr ich diese Stadt liebe, merke ich immer dann, wenn ich Geschichten von Menschen höre, die dort leben. Es erinnert mich an meine Jugend, als ich noch bei CBS Records unter Vertrag war. Ich habe ein halbes Jahr in den verschiedensten Clubs gesungen, um Erfahrung zu sammeln. Deshalb kenne ich New York hauptsächlich „by night“. Tagsüber musste ich schlafen. Ziemlich wilde Zeiten! Ich freue mich schon auf weitere Geschichten, hoffentlich mit tipps where to go & what to do.! Das macht mich zwar ein bisserl sentimental, aber das ist okay so.
freu mich schon auf mehr aus NY-City