Sind Fashionblogger schon mächtiger, als wir alle denken? Seit 2 Saisonen erst dürfen BrianBoy, Tavi und wie die munter bloggenden und twitternden Social-Media-Wunderkinder alle heißen bei den wichtigsten Fashionshows in den Frontrows sitzen, werden aber von vielen der alt eingegesessenen Meinungsmacher in der Modeindustrie noch immer als zwar unterhaltsames, aber trotzdem vernachlässigbares Phänomen belächelt.
Jetzt bekam der US-Kosmetikkonzern M.A.C. Cosmetics die ganze Macht der Blogcommunity zu spüren: Ein einziger Blog – The Frisky – brachte mit einem einzigen Post – zur neuen M.A.C. Rodarte Make-up-Kollektion – eine Web2.0-Lawine ins Rollen, die nicht mehr aufzuhalten war und schließlich damit endete, dass M.A.C. die heiß erwartete Limited-Edition-Linie erst gar nicht auf den Markt bringt.
Was war passiert? Wie ELLE UK berichtet, waren die Rodarte-Sisters auf Inspirationsreise in Mexiko unterwegs und wurden dort ausgerechnet von Juarez, einer desolaten Industriestadt mit heruntergewirtschafteten Fabriken und einer seit 1993 andauernden, bis heute unaufgeklärten Mordserie an Frauen und Kindern, dazu inspiriert, drei Produkte aus ihrer M.A.C.-Linie ”Juarez”, “Ghost Town” und “Factory” zu nennen.
Um den Schaden zu begrenzen, versprach M.A.C. umgehend, aus den Verkaufserlösen der Rodarte-Kollektion einen Hilfsfonds zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen und Mädchen von Juarez einzurichten. Aber zu spät: Die Stimmung in der Blogosphäre war bereits gekippt, M.A.C. blieb nichts anderes mehr übrig, als die Rodarte-Kollektion quasi einzustampfen. (Auf der M.A.C.Facebookseite ist die komplette Stellungnahme nachzulesen: http://www.facebook.com/note.php?note_id=464317952315.)
So hätte die umstrittene M.A.C. Rodarte-Kollektion ausgesehen:





Die Cangianos mischen die Modeszene ganz schön auf. Auch Wien ist nach ihrem Geschmack.